Web Usability

Usability kann das Besuchserlebnis einer Webseite in dem Maße steigern, dass Ihre Umsätze steigen und Ihre Besucher zufriedene Kunden werden. Durch eine konsequente Nutzerführung wird der Webseitenbesuch insgesamt positiver wahrgenommen, es kommt zu weniger Webseiten-Abbrüchen und hat dadurch einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Ein Webseitenbesuch sollte dem Webseitenbesucher im besten Fall immer alle ihn betreffenden Informationen zur Stelle haben, ohne ihn dabei zu verwirren. Durch eine gute Webseitenstruktur, kurze Ladezeiten, übersichtliches Layout, gute Inhalte und kurze Check-out Prozesse kann ein Webseitenbetreiber schon sehr viel für seine eigene Webseiten-Usability tun. Das Ziel hierbei ist, dem Webseitenbesucher das bestmögliche Webseitenbesuchserlebnis zu liefern. Diesem Prozess des Customer Experience Managements ist die Web Usability untergeordnet, was sie allerdings nicht zu einer kleineren Wissenschaft macht.

Der Begriff Usability leitet sich von ergonomischen Prinzipien her, die in der Software Entwicklung angewandt werden, um die Handhabung der Software zu erleichtern. Die Webseite als Schnittstelle zwischen Computer und Menschen hilft ihm dabei, bestimmte Ziele zu erreichen. Im Großen und Ganzen wird an Hand festzulegender Ziele stetig die Performance Ihres Webauftrittes geprüft. Je besser Ihre Webseite dabei abschneidet und Ihre Besucher dabei unterstützt, die Webseitenziele zu erreichen, um so größer ist die Online-Usability Ihres Auftrittes.

[vfb id=6]

Inhaltsbereich

Die Norm EN ISO 9241 ist ein internationaler Standard, der Richtlinien der Mensch-Computer-Interaktion beschreibt. Die Normenreihe beschreibt Anforderungen an die Arbeitsumgebung, Hardware und Software. Ziel der Richtlinie ist es, gesundheitliche Schäden beim Arbeiten am Bildschirm zu vermeiden und dem Benutzer die Ausführung seiner Aufgaben zu erleichtern.

Benutzungsschnittstellen von interaktiven Systemen, wie Webseiten oder Software, sollten vom Benutzer leicht zu bedienen sein. Der Teil 110 der DIN EN ISO 9241 beschreibt folgende Grundsätze für die Gestaltung und Bewertung einer Schnittstelle zwischen Benutzer und System (Dialoggestaltung) und ersetzt den bisherigen Teil 10.

Usability Faktoren

Es ist wichtig, das man versteht, dass es sich bei usability nicht nur um eine eindimensionale Produkt- oder Webseiteneigenschaft handelt, sondern viel mehr aus einer Mischung aus verschiedenen Einflussfaktoren. Diese kann man auch als Grundprinzipien der usability bezeichnen.

Aufgabenangemessenheit

Eine Webseite ist aufgabenangemessen, wenn sie dem Nutzer dabei hilft, schnell und effizient das Ziel seines Webseitenbesuches zu erreichen. Häufig werden Fehler in der Aufgabenangemessenheit betrieben, z.B. unnötige Pflichtfelder in Kontaktformularen, die eine Abbruchquote erhöhen können.

Selbstbeschreibungsfähigkeit

Eine Webseite ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, wenn es zu jeder Zeit offensichtlich ist, wo man sich auf der Webseite befindet, welche Aktionen durchführbar sind, was diese bewirken und wie man u.a. weiter navigieren kann. Durch die intuitive Gestaltung ist die Handhabe der Seite selbsterklärend, wenn folgende Bereiche gedeckt werden:

  • Orientierung:

Dem Websitenbesucher werden zu jeder Zeit Orientierungspunkte auf der Webseite angeboten, damit er sich immer darüber bewusst ist, wo er sich befindet und wie weit er von seinem Ziel entfernt ist.

  • Beherrschbarkeit

Die Navigation einer Webseite sollte für die Besucher klar und nachvollziehbar durch gestalterische Methoden erkennbar sein. Dafür ist die Entwicklung von Design Patterns verantwortlich. Wenn man zielsicher auf einer Webseite navigieren kann, ist die Seite steuer- und beherrschbar.

  • Rückmeldung

Durch eine qualifizierte Rückmeldung erhält man nach durchgeführten Aktionen, wie z.B. Anmeldung zu Newslettern / Kauf einer Ware – das Gefühl der Sicherheit, welches für die Vertrauensbildung in der Kundenbeziehung maßgeblich ist.

  • Hilfen

Dokumentationen, Tutorials und Q&A-Bereiche können für Nutzer einen hohen Grad an Hilfe bieten, um mit komplexen Systemen zurecht zu kommen. Hierdurch wird nicht nur wissen vermittelt, sondern auch das Vertrauen in die vermittelnde Instanz

Steuerbarkeit

Bei der Steuerbarkeit muss ein Webseitenbesucher bestenfalls immer die absolute Kontrolle über alle Vorgänge behalten und alle Abläufe mit beeinflussen und rückgängig machen können. Bei Websites mit Video-Wiedergabe ist die Vor- und Zurückspulfunktion ein gutes Beispiel für die Steuerbarkeit in der Website-usability. Durch ein hohes Maß an intuitiver Steuerbarkeit wird der Umgang mit der Webseite erleichtert, der User verliert eventuelle Ängste, Fehler zu machen und geht selbstsicherer mit dem Webauftritt um.

Erwartungskonformität

Innerhalb eines Webauftrittes sollte die Informationsdarstellung einheitlich sein und funktional dem entsprechen, was man sich davon als Webseitenbesucher erwartet. Die Elemente sollten möglichst den Erwartungen entsprechen, die man an diese hat. So sollte z.B. ein Einkaufswagen-Bild nicht auf eine Hilfeseite verweisen, ein “PDF”-Symbol aber auf eine PDF Datei, etc.

Fehlertoleranz

Der Usability Faktor Fehlertoleranz bedeutet, dass der Nutzer selbst bei fehlerhaften Eingaben mit minimalem Korrekturaufwand seine Ziele erreichen kann. Hierzu gilt es, eine intelligente Dialoggestaltung zur Fehlervermeidung zu erstellen. Sollten Fehler auftreten, sollten eventuel notwendige Korrekturmaßnahmen für den Nutzer leicht erkennbar sein. Dabei soll auf die Sprache des Nutzers zurückgegriffen werden und keine Fachsprache verwandt werden.

Lernförderlichkeit

Die Lernförderlichkeit zeigt auf, wie schnell ein User, der die Webseite noch nie gesehen hat, mit dem Auftritt zurechtkommt und wie schnell man lernt, die Ziele der Webseite zu erreichen. Hierzu sind Tutorials, Wikis und Lexika ein gutes Beispiel, um die Lernförderlichkeit einer Webseite zu erhöhen.

Individualisierbarkeit

Als Individualisierbarkeit wird im Zusammenhang mit der Gestaltung von Webauftritten betrachtet, dem Webseitenbesucher die Möglichkeit zu geben, den Webauftritt an seine Vorlieben bzw. technischen Geräte anzupassen. So kann man z.B. eine “responsive Website” auf verschiedenen Endgeräten mit verschiedenen Auflösungen immer entsprechend der Geräteauflösung ansehen und ist nicht an feste, unflexible Vorgaben gebunden. Auch die Ermöglichung der Veränderung der Schriftgröße steigert den Grad an Individualisierbarkeit der Webseite.